EMS-Training: Fit mit nur einmal Training pro Woche?

EMS Training

So wenig wie möglich machen und trotzdem fit sein? Das versprechen viele Trainingssysteme und -pläne und dennoch wirken die meisten dann doch nicht so effektiv wie versprochen. Bei EMS-Training wird das Training mit bioelektrischer Stimulation unterstützt. EMS steht für Elektro-Muskel-Stimulationstraining, doch das Vorurteil, dass die Muskeln nur durch Stromstöße gereizt werden, ist falsch. Vielmehr wird die Belastung für den Muskel bei Anspannung durch die elektrischen Impulse so verstärkt, dass ein starker Wachstumsreiz ausgelöst wird.

Am Körper werden Elektroden befestigt, welche gezielt elektrische Reize auf den Zielmuskel übertragen und ihn zur Kontraktion bringen. Die Elektroden befinden sich integriert in spezieller Kleidung, die die Elektroden an den wichtigsten Muskeln verteilt. Die Intensität der elektrischen Impulse können vom Trainer stufenlos eingestellt werden. Anfänger können mit sehr geringer Intensität beginnen und verspüren so zunächst nur ein leichtes Kribbeln. Beim EMS-Training wird generell mit vielen schwachen Impulsen gearbeitet, anstatt mit stärkeren Stromstößen. Oft wird ein Intervall von vier Sekunden Pause und vier Sekunden Kontraktion genutzt.

Das Verfahren ist mittlerweile lange erprobt und vollkommen ungefährlich. Die Stromimpulse wirken im Niederfrequenz Bereich und sind weder schmerzhaft noch gefährlich. Dennoch wird EMS-Training nur unter Aufsicht von zertifizierten Trainern angeboten und eine Steigerung der Intensität wird nur nach Absprache mit dem Kunden durchgeführt.

Effektives aber gleichzeitig schonendes Training

EMS WorkoutNatürlich sitzt man beim EMS-Training nicht einfach nur rum und wartet, dass die Elektroden die Arbeit für einen erledigen. Vielmehr wird mit speziellen Übungen gearbeitet, bei denen die Muskeln angespannt werden und der Trainierende gegen die durch die Stromimpulse ausgelösten Kontraktionen der Muskeln arbeitet. So werden schon Übungen wie Kniebeugen, Liegestütz oder Ausfallschritte deutlich fordernder und der Muskel wird intensiv belastet, was zur gewünschten Hypertrophie führt. Der Vorteil beim EMS-Training ist sicherlich, dass auch für eine intensive Belastung keine schweren Gewichte notwendig sind, die Gelenke und Sehnen belasten und die Verletzungsgefahr erhöhen. Aus diesem Grund ist EMS-Training auch nach Verletzungen sinnvoll, da so Muskeln wieder aufgebaut werden können, ohne den Bewegungsapparat übermäßig zu belasten bzw. auch der Muskelabbau vermieden werden kann.

EMS-Training ist besonders für Untrainierte und Wiedereinsteiger empfehlenswert, gerade Anfänger werden schnell Erfolge bemerken und Fortschritte machen. Durch das gezielte Ansteuern einzelner Körperpartien können zum Beispiel Rückenprobleme angegangen werden und es reichen hier wirklich schon ein oder zwei kurze Termine pro Woche, um die Muskulatur zu stärken. Gerade für Menschen, die einen vollen Terminplan als Grund nennen, nicht zum Sport zu kommen, ist EMS-Training das Richtige. Nur 30 bis 40 Minuten reichen aus, um ein intensives Ganzkörpertraining durchzuführen. Am besten einfach einen Probetermin in einem EMS-Studio in der Nähe vereinbaren und ausprobieren. „Viele Studios werben damit, in nur 20 Minuten pro Woche fit werden. Professionelles EMS-Training besteht bei uns jedoch eher aus 10 Minuten Aufwärmung, 20 Minuten funktionellem Training und anschließend noch 10 Minuten Stoffwechseltraining. Danach sind unsere Kunden in der Regel auch ausgepowert genug.“, erklärt Franziska Schneider, EMS-Trainerin im Münchener Fitness Studio Soulplus.

Nicht ohne Grund wird EMS-Training auch im Leistungssport genutzt. Besonders wenn Schnellkraft und rasche Richtungswechsel gefragt sind, können Athleten ihre Leistung mit EMS-Training noch steigern. So nutzt zum Beispiel Usain Bolt ein EMS-Gerät, genauso wie viele Fuß- oder Handballer.

Vorteile:

  • Geringer Zeitaufwand (Trainingseinheit dauert maximal 40 Minuten)
  • Gezielter Muskelaufbau möglich, da einzelne Muskeln isoliert angesprochen werden können
  • Gelenke werden geschont, da keine schweren Gewichte eingesetzt werden
  • Wird unter professioneller Anleitung durchgeführt, daher kaum Verletzungsgefahr
  • auch gut als Rehabilitationshilfe

Nachteile:

  • sollte nicht als ausschließliche Trainingsmethode genutzt werden
  • Nicht geeignet für Risikogruppen (Schwangere, Menschen mit Herzschrittmacher)
  • Im Vergleich zu günstigen Studios hoher Preis, dafür aber persönliche Betreuung

Weitere Informationen finden Sie hier:


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